D.A.U. - about
FÜGEN DER WELT...
... DIE IMMER KONFUSER, SCHNELLER, LANGSMAER,
GEFRÄSSIGER, DRECKIGER, BRUTALER, IDIOTISCHER, VERSEUCHTER UND KRANKER WIRD, DAS ZU, WAS SIE IHNEN SELBST ANTUT EINE FORMATION, DIE MIT RUSSISCHER GASMASKE, FEUERWERKS-KÖRPERN, DADAISTISCHEM PUNK, RITUELLEM TANZ, FAKE-JAZZ UND MULTIKULTURELLEM HIPPIE-IRRSINN, SOWIE EINER ARTFREMDEN PERFORMANCE DAS SPRENGT, WAS MAN AUCH DEN GROSSEN SCHWINDEL NENNEN KÖNNTE. GRÖSSENWAHNSINNIGE IDEEN HABEN SIE GLEICH MITGEBRACHT. EIGENTLICH ENTSTAND ALLES AUS ZUFALL, WIE SO OFT. FRANKIE TRAF SCHEET, SCHEET TRAF FRANKIE; FRANKIE TRAF HARDHEADED SOUL, HARDHEADED SOUL TRAF AUF DER CD ‚MASKERADA’ NOCH 17 ANDERE LEUTE, MUTIERTE ZUR BASIS FAMILIE, UND AUS DER BASIS FAMILIE ENTWICKELTE SICH EINE GEWISSE EIGENDYNAMIK, IN DER FORM VON IMMER MEHR PROJEKTEN UND SEITENSPRÜNGEN. EIN SEXUELLER WAHNSINN, DEM IMMER MEHR ORGASMEN FOLGTEN, UND DAS IM ZEITALTER VON AIDS: „SAFER SEX IS DIRTY, NO EMOTIONS, SLOW EMOTIONS“
Nachdem FRANKIE und SCHEET die himmlische Strecke EMDEN-PRAG in der legendären Kastenente „DIANA“ hinter sich gebracht hatten, trafen sie nach ihrem Konzert auf DD GALLHAMMER, aus der Schweiz kommend, und als Inhaber des AURAL EXCITER Labels und Ex-Mitglied der legendären JAYWALKER, bestens geeignet, um zur Familie zu stoßen.
Bereits am nächsten Tag gab es ein erstes, gemeinsames Konzert noch unter dem Namen HHS, das aber schon alle zerstörerisch-rituellen Elemente des späteren D.A.U. Projektes hatte.
Zum Schluss begrub ein Mitglied der nachfolgenden Band im „007 Club“ den am Boden kauernden Performer mit einem schwarzen Tuch. 1994 landete man schließlich unter dem Namen (= Programm) DESTROY AFTER USE in der Schweiz, und spielte eine kurze Tour, die u.a. auch in den Keller einer Mode-Boutique mit Piercing Studio führte, und geradewegs auf Platz drei der monatlchen Hit-Listen der besten Konzerte des renommierten RecRec Labels. Das alles, ohne je vorher ernsthaft geprobt zu haben - es stände dem Projekt auch nur im Wege, denn: DESTROY AFTER USE können überall spielen, weil sie es mit jedem Publikum und jeder Kultur aufnehmen: Sie verbinden Kulturen und Menschen mit ihrer Art von Entertainement, ihrer manchmal verwirrenden Konzerte in einer verwirrenden Welt.
Die Instrumente bei DESTROY AFTER USE versetzen nicht nur in Erstaunen, oft erschrecken sie auch - Da ist z.B. ein mit Piezzos elektrifiziertes Stahlrad von einem Fahrrad, auf eine Stange gesteckt, dessen Speichen getuned werden können. Von harschen Noise-Sounds bis hin zum Glockenspiel und Tibetanischen Gongs reicht die Sound Facette. Daneben jede Menge Krimskrams , zerbeulte Tröten, World-Instrumente. Dann DD mit seinen trickreichen Effektboard, den Endlos Tapes, und seinem far-out Gitarrenspiel. Und LEN‘s ungewöhnliches Drum-Set:
Statt einer Bass Drum gibt es etwas ähnliches aus einem indischen Tabla gebaut, das Drum Set selbst wird via Kontaktmikrofonen und Mischpult manipuliert, oft sehr percussiv und entfernt an „Can goes Afro“ erinnernd. Nicht zuletzt Scheet, vom jazzy-punky-funky Bass hin zum schrägen Cello, dann auch wieder zur Trompete gegriffen, die zwischen Heilsarmee und Fake-Free-Jazz alles mögliche abgrast. Dazwischen fliegen Fetzen und Feuerwerkskörper, gibt es psychedelische Bierschlachten und sadomasochistische Schläge mit den Cymbals auf den Kopf, Glasbruch und Fraß, nur und nie: Berührungsängste.
Eine DESTROY AFTER USE Show kombiniert dann auch Perfomances, dada-Entertainment, seltsamen Humor, Lärm, rituelle Zelebrationen und das Publikum selbst. Heraus kommt dabei eine sehr eigenwillige Mischung, diemanchmal beschrieben wird als Mix aus „Fura dels Baus“, der „Jim Rose Circus Side Show“, „Fred Frith for poor people“, Neubauten auf Entzug usw. Dass sie dabei Wahnsinn mit Methode vollziehen, zeigte sich mal wieder, als sie beschlossen, als nächste Tour sich die Hauptstädte Europas vorzunehmen und alles selber zu organisieren. Eine Idee, die den mittelfristigen Realitätsverlust mit sich zog, eine Idee, die aber auch als Austausch gedacht war. als Erfahrung‘ für, jeden weiteren Wahnsinn - nie proben, sondern einfach machen! - hieß die Devise. Der andere Leitspruch hieß simpel ‚Beware Europe“ und offenbarte sich zunächst durch ein Poster Motiv der vom Erdbeben zerstörten Autobahn in Kobe.